News

INQ21_News_Fokusthemen_Nachgefragt_Innovation_750x500

Innovation & Collaboration: Innovationskultur zu erfassen hat bereits Impulswirkung

Warum ist eine Firma innovativer als eine andere? Vieles deutet darauf hin, dass erfolgreiche Firmen auch eine Innovations-Kultur pflegen. Doch kann man so etwas wie Kultur auch messen? Wir haben bei Raphael Bömelburg, Senior Expert; Postdoctoral Research Fellow, BGW Management Advisory Group; Institut für Technologiemanagement Universität St. Gallen nachgefragt und wollten mehr wissen zum Innovationskultur Navigator.

 

Warum gibt es diesen St. Galler Innovationskultur Navigator?
Der Navigator entstand als logischer nächster Schritt nach der Geschäftsmodellinnovation. Viele unserer Industriepartner haben mit engagierten Projektteams innovative Angebote für ihre Kunden entwickelt. Um diese Angebote von einem Leuchtturmprojekt zu einem – auch aus Umsatzperspektive – relevanten Geschäftsbereich zu skalieren, braucht es aber breites Engagement aus dem ganzen Unternehmen und Offenheit der Fachabteilungen. Vielversprechende innovative Initiativen scheiterten an Silo-Denken und interner Politik. Der Navigator entstand aus dieser Beobachtung: Wir wollten aktuelle Spitzenforschung in praktische Tools umsetzen, mit denen wir Firmen beim nachhaltigen Wandel zur Innovationskultur unterstützen können. Firmen mit einer hohen Innovationskultur können schneller besser differenzierte Angebote entwickeln, diese erfolgreich am Markt positionieren und margenträchtig vertreiben. So können sie dem Preisdruck der Konkurrenz entkommen und nachhaltige Wettbewerbsvorteile entwickeln.

Was kann eine Firma mit dem Navigator herausfinden?
So etwas Weiches wie Kultur lasse sich doch nicht messen, denkt man oft. Und doch geht es. Der Innovationskulturnavigator erfasst mit einem nach wissenschaftlichen Standards entwickelten Erhebungsinstrument die Unternehmenskultur entlang der Dimensionen Agilität, Inspiration, Motivation, Alignment, Transparenz und Empowerment. Der Vergleich mit unserer Forschungsdatenbank aus über 3000 Firmenbewertungen ermöglicht ein Kulturprofil im Vergleich zu einer für die Firma relevanten Vergleichsgruppe. Dieses datengetriebene Verständnis einer Innovationskultur ist die Basis für die Auswahl einer passenden «Cutlure Practices», mit denen Firmen ihren Kulturwandel anstossen können. Dieser wird noch unterstützt von unserem Inspirationsset aus 66 «Culture Practices» der Innovationschampions. Häufig hat bereits die Erfassung der Innovationskultur im Unternehmen eine Impulswirkung, welche die Mitarbeiter für das Thema sensibilisiert. Denn es ist ein klares Commitment des Managements: Innovation ist uns wichtig, und wir wollen sie messen.

Wenn eine Firma die eigene Innovationskultur ändern möchte, wie kann sie dies am besten tun?
Viele Manager denken beim Thema «Kultur» schnell an abstrakte Visions-Workshops und Unternehmenswerte. Dieser Ansatz ist falsch: Gemäss dem Motto «Practices statt Principles» sollten Unternehmen ganz konkret am Alltag ihrer Mitarbeitenden ansetzen. Nur wenn Mitarbeitende innovative Arbeitsweisen und Denkweisen in ihrem direkten Umfeld funktionieren sehen, werden sie sich nachhaltig mit der neuen Kultur identifizieren. In «ways of working sprints» können solche innovativen Formate ganz lokal ausprobiert und an die jeweiligen Bedürfnisse der Teams adaptiert werden. Der Innovationskultur Navigator bietet hier viele praktische Inspirationen und ermöglicht den Prozess des Kulturwandels erfolgreich zu strukturieren und zu steuern. Ein erster Schritt ist das frei zugängliche Selbst-Assessment-Tool auf der Webseite des Navigators. Sie können einen Link an ihre Kollegen versenden und erhalten automatisch eine integrierte Analyse sowie erste Vorschläge für nächste Schritte.

 

Zur Person

Raphael Bömelburg ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Technologiemanagement an der Universität St. Gallen, zuvor war er tätig im Start-Up Bereich in Kalifornien. Das Institute für Technologie Management der Universität St. Gallen (ITEM-HSG) wiederum wurde 1989 gegründet und ist darauf ausgerichtet, neue Erkenntnisse für Wissenschaft und Praxis zu generieren. Aus dem Institut heraus wurde das Spin-off «BGW Management Advisory Group» gegründet.

 

Nichts verpassen und jetzt schon für die INNOTEQ.DIGITAL registrieren